World Cleanup Day – Unser Verein packte an!

20.09.2026 WKC @ World Cleanup Day

Am 20. September war wieder World Cleanup Day! Trotz des Wahlsonntags trafen sich dank Judiths super Organisation eine tolle Truppe auf dem Wasser: Jörg, Udo, Richard, Ulrike, Antje, Paul, Michael M., Annika, Steffen und Elke machten sich gemeinsam für eine saubere Umwelt stark.

Bei spätsommerlichem Wetter und einer frischen Briese nahmen wir uns die Strecke vom WKC bis zur Wannseebrücke und zurück über den Stölpchensee vor. Ausgerüstet mit Müllbeuteln vom DKV und passenden T-Shirts – ein herzliches Dankeschön an Jörg bzw. Kanu-Connection für die Unterstützung für unser einheitliches Vereins-Outfit! – ging es ans Werk.

Und die Ausbeute konnte sich sehen lassen: Von Plastikstühlen und Fendern bis hin zu unzähligen Dosen wanderten die unterschiedlichsten Fundstücke in unsere Beutel. Dabei gab es starken Einsatz an allen Fronten: Michael säuberte das Ufer flexibel von Land aus, und Ulrike sammelte auf dem Heimweg unter der Wannseebrücke noch genau die Dinge ein, an die wir vom Kajak aus nicht heranreichen konnten. Teamwork par excellence!

Für das nächste Jahr haben wir auch schon wertvolle Erkenntnisse gesammelt: Greifzangen und ein eigenes Transportboot stehen definitiv ganz oben auf der Packliste.

Nach getaner Arbeit ließen wir den erfolgreichen Tag gemütlich bei Würstchen, einem kühlen Bier und einem Glas Sekt ausklingen. Ein rundum gelungener Tag für die Natur und unsere Gemeinschaft!

Holz statt Plastik: Das eigene Kajak selbst bauen

Wer auf unseren heimischen Gewässern – ob auf der Havel, Spree oder der Berliner Seenplatte – unterwegs ist, trifft meist auf eine Armada aus PE- und GFK-Booten. Kunststoff ist praktisch, unempfindlich und serienmäßig gefertigt. Doch Hand aufs Herz: Habt ihr nicht auch schon einmal neidisch hinterhergeblickt, wenn ein blitzend lackiertes Holzboot oder ein federleichtes, stoffbespanntes Skin-on-Frame-Kajak geräuschlos an eurer Vereinssteg-Kante vorbeigeglitten ist?

Ein Holzkajak ist nicht nur ein Sportgerät; es ist ein Kunstwerk, eine Lebenseinstellung und ein Stück angewandte Physik. Und das Beste daran: Man muss weder ein gelernter Bootsbauer mit jahrelanger Erfahrung sein noch eine eigene Tischlerwerkstatt besitzen. Direkt vor unserer Haustür in Berlin haben sich spezialisierte Werkstätten etabliert – und auch direkt bei uns vor Ort am Wannsee tut sich Erstaunliches!

In diesem Artikel beleuchten wir die verschiedenen Bauweisen, vergleichen Holz mit klassischen GFK-Kajaks sowie High-End-Rennkajaks, werfen einen genauen Blick auf die Berliner Kursanbieter und zeigen, warum das Konzept von “Deus Delighted” für unseren Verein ganz besonders spannend ist.

1. Warum Holz? Der Vergleich: Holzkajak vs. GFK-Tourenkajak vs. Rennkajak

Für Paddler, die den Umstieg von den typischen GFK-Booten (glasfaserverstärkter Kunststoff) oder den Einsatz im Renn- und Fitnessbereich erwägen, stellen sich vorab oft praktische Fragen. Holz wirkt im ersten Moment pflegeintensiv und empfindlich – doch wie schlägt es sich im Direktvergleich mit Touren- und High-End-Rennkajaks?

EigenschaftHolzkajak (Stitch & Glue / Skin-on-Frame)GFK- / PE-TourenkajakComposite-Rennkajak (z. B. Carbon/Kevlar) 
GewichtSehr leicht (ca. 12–18 kg; Skin-on-Frame teils ab 12 kg)Mittel bis schwer (ca. 22–28 kg je nach Schichtaufbau)Extrem leicht (ca. 8–12 kg je nach ICF-Klasse / Material)
Steifigkeit & DynamikSehr hoch durch Verbund aus Holz & Glasfaser/EpoxidGut, flexiert je nach Gewebeaufbau geringfügigMaximale Steifigkeit; kompromisslose Kraftübertragung
Kippstabilität & AlltagMittel bis hoch (sehr gut ausbalanciert für Touren)Hoch bis sehr hoch (gutmütig, ideal für Einsteiger)Sehr gering bis mittel (fokussiert auf Agilität & Tempo)
Anpassbarkeit (z. B. Cockpit)


Sehr hoch: Lukengröße, Süllrand und Ergonomie lassen sich im Bau individuell anpassenKeine: Fest gegossene Negativform, Serienmaße für Cockpit & SitzSehr gering: Nur Sitzposition/Stemmberttiefe verstellbar, Form starr
Optik & ÄsthetikEdles Unikat, sichtbare Holzmaserung, HandarbeitFunktionale Serienoptik, farbiges GelcoatSportliche High-Tech-Optik, Sichtcarbon, Sponsoren-Design
Robustheit / AbriebSehr robust;
dank Epoxid-/Glasfaserschutz (schützt den Holzkern)
Sehr robust; Gelcoat lässt sich leicht ausbessernFiligran & empfindlich; dünne Wandungen für Minimalgewicht
ReparierbarkeitEinfach: Mit Epoxid, Gewebe oder Holzspachtel flickbarEinfach: Standardisiertes Auskitten/LaminierenAnspruchsvoll: Erfordert präzises Carbon-/Epoxid-Laminieren
NachhaltigkeitHoch: Nachwachsender Rohstoff Holz, reduzierter Harzeinsatz, leicht reparierbarNiedrig: Erdölbasiert, schwer recycelbar, energieintensiv in der HerstellungNiedrig: Synthetische Hochleistungsfasern, Epoxidharz, spezialisierte Reparatur

Die physikalischen Vorteile im Vergleich:

Ein modernes Holzboot in Verbundbauweise schlägt eine faszinierende Brücke zwischen der Laufruhe eines Tourenbootes und dem Leichtgewicht eines Rennkajaks:

  • Gegenüber Touren-GFK:
    Es spart oft 5 bis 10 kg Gewicht ein. Das macht sich nicht nur beim Aufladen auf den Autodachträger bemerkbar, sondern sorgt auch für eine spürbar spritzigere Beschleunigung auf den ersten Paddelschlägen.
  • Gegenüber Rennkajaks:
    Während reine Carbon-Rennkajaks extrem empfindlich gegenüber seitlichen Stößen, Steinen oder Unachtsamkeiten am Steg sind, verzeiht die Holz-Sandwichbauweise alltägliche Grundberührungen deutlich besser. Zudem bieten Selbstbau-Holzkajaks mehr Formstabilität für Gepäcktouren und rauere Gewässer.

2. Bauweisen im Überblick: Welches Boot passt zu mir?

A. Stitch & Glue (Nähen und Kleben)

Wie es funktioniert: Aus hochwertigem Bootsbausperrholz (z. B. Okoumé oder Sapele) werden die einzelnen Rumpf- und Decksplanken per Laser oder CNC-Fräse präzise zugeschnitten. Diese Platten werden mit Draht oder Kabelbindern („Stitch“) zusammengeheftet, bis die Form steht. Anschließend werden die Nähte von innen und außen mit Epoxidharz und Glasfaserbändern verklebt („Glue“) und der Rumpf komplett laminiert.
Charakter: Sehr schnittige, Multiknickspant-Rümpfe mit hoher Formstabilität und moderner Ästhetik.
Vorteil: Hohe Erfolgsgarantie, extrem passgenau, extrem robust.

B. Skin-on-Frame (Grönland- / Traditionelle Bauweise)

Wie es funktioniert: Aus Massivholzleisten (z. B. Esche, Kiefer oder Red Cedar) wird ein elastisches Holzskelett gefertigt. Dieses Skelett wird anschließend mit einem extrem belastbaren Gewebe (oft dicht gewebte Baumwolle oder ballistisches Nylon) fest bespannt und impermeabel beschichtet bzw. bemalt.
Charakter: Bionisch, hochflexibel im Wellengang, extrem leicht.
Vorteil: Unschlagbar geringes Gewicht (oft unter 15 kg) und ein unverfälschtes, traditionelles Paddelgefühl wie bei den Inuit.

C. Leistenbauweise (Strip Planking) & Klinkerbau

Wie es funktioniert: Feinste Holzleisten werden über ein Rahmengerüst (Mallspanten) geleimt und anschließend verschliffen sowie laminiert, oder wie beim Klinkerbau überlappend verlegt.
Charakter: Klassische Eleganz mit organischen, rundlich geschwungenen Rumpfformen.
Vorteil: Optisch die absolute Königsdisziplin, erfordert jedoch sehr viel Arbeitszeit.

3. Fokus: Deus Delighted – Ingenieurskunst & Lokalkolorit

Ein Anbieter sticht für uns besonders heraus: Deus Delighted von Andreas Deus. Andreas ist nicht nur Ingenieur und seit über 25 Jahren selbst leidenschaftliches Mitglied im Kanuclub Zugvogel Berlin e.V., er bringt als Strömungstechniker auch eine extrem hohe fachliche Expertise in den Bootsbau ein.

Seine Boote zeichnen sich dadurch aus, dass sie hydrodynamisch optimiert sind, ohne den Praxisbezug für uns Paddler zu verlieren. Im Vordergrund stehen durchdachte Konzepte, hervorragende Fahreigenschaften und die Freude am gemeinsamen Erbauen.

Direkter Bezug zu unserem Vereinsgelände & die Modelle „Wannsee“ und „ALVA 550“

Viele Vereinsmitglieder haben es vielleicht schon mitbekommen: Das Thema ist bei uns greifbarer als je zuvor! Unser Mitglied Kay-Uwe Brodersen (Brody) hat sein erstes Boot – das speziell entwickelte Modell „Wannsee“ – in der Werkstatt des Schülerinnen Ruderverbands Wannsee (SRVaW) direkt in unserer Nachbarschaft gebaut. Das Projekt hat Interesse und viele Fragen im Verein geweckt. Inzwischen legt Kay bereits sein zweites Boot bei uns auf Kiel: den schnellen Langstrecken-Gleiter ALVA 550.

Andreas hat die Entwicklung des Modell „Wannsee“ eng begleitet und unterstützt die Projekte tatkräftig. Kays Baufortschritt und der gesamte Entstehungsprozess wurden in sehr anschaulichen und aussagekräftigen YouTube-Videos dokumentiert. Alle Videos und tieferen Einblicke findet ihr direkt auf der Website unter www.deusdelighted-kayaks.com.

Vereins-Workshops vor Ort: Das Boot im eigenen Verein bauen!

Das Besondere am Konzept von Deus Delighted: Neben den regulären Kursterminen in Berlin (max. 4 Teilnehmende für eine extrem hohe Betreuungsdichte durch erfahrene Bootsbaumeister) bietet Andreas auch individuelle Vereins-Workshops an. Drüber hinaus kann man auch den Bau fertiger Boote bestellen. Bausatz- und Workshop-Optionen stehen grundsätzlich jedem zur Verfügung. Wer jedoch keine Zeit oder keinen Platz für den Selbstbau hat oder eine High-End-Ausführung bevorzugt, kann sich das Boot direkt bauen lassen.

4. Weitere Berliner Anbieter im Überblick

Neben Deus Delighted gibt es in der Region weitere spannende Adressen und Konzepte für Selberbauer:

AnbieterHauptsächlicher BautypStandort 
Deus Delighted KayaksStitch & Glue / Perf.Spandau
KAOS BerlinSkin-on-Frame / StoffOberschöneweide
UrbanIndianSkin-on-Frame / KanusOberschöneweide
Berger BooteStitch & Glue / AllroundLichtenberg
Alveus BootsbauKlinker / TraditionellWerder

KAOS Berlin & UrbanIndian

Websites: kaosberlin.de / urbanindian.org
Fokus: Skin-on-Frame (Holzskelett mit Stoffbespannung) und Leichtbau-Kanus.
Konzept: Im Kreativzentrum KAOS in Berlin-Oberschöneweide baut ihr unter der Leitung von Nikola Raspopovic in kleinen Gruppen innerhalb von etwa 5 Tagen euer eigenes Boot. Zunächst entsteht das feingliedrige Holzskelett aus Spanten und Längsleisten. Das Holz wird geölt, bevor der Rumpf mit naturbelassenem Baumwollstoff straff bespannt und anschließend mit wetterfester Farbe endbehandelt wird. Hinter UrbanIndian steht ebenfalls der Kajakentwickler Nikola Raspopovic (eng vernetzt mit der Werkstatt im KAOS Berlin). Der Fokus liegt auf wendigen, universell einsetzbaren Leichtbau-Kanus und -Kajaks. Der Workshop dauert in der Regel 5 Tage. Neben reinen Kursen in der Berliner Werkstatt werden teils auch Bau-Workshops in der Natur angeboten.
Besonderheit: Extrem leichte Ergebnisse (Doppelpaddel-Kanus/Kajaks ab ca. 13 kg) und ein komplett ökologisch nachhaltiger Materialansatz. Die Jungfernfahrt findet direkt vor der Werkstatttür auf der Spree statt! Fokus auch auf Ergonomie, Leichtigkeit und die Kombination aus klassischem Kanubau mit moderner Linienführung. Zudem werden auch edle, maßgefertigte Holzpaddel hergestellt.

Berger Boote

Website: bergerboote.de
Fokus: Stitch & Glue Allrounder.
Konzept: Lutz Berger ist eine der bekanntesten Anlaufstellen für Selbstbau-Bausätze und Workshops in Deutschland. In seiner stilvollen Werkstatt auf dem Areal der historischen „Fahrbereitschaft“ in Berlin-Lichtenberg baut ihr in einem 6-Tage-Workshop (Montag bis Samstag) ein Boot eurer Wahl. Das Angebot reicht vom flotten Einer-Kajak über Mehrener-Kanus bis hin zu SUPs.
Besonderheit: Hervorragend strukturierter Kursablauf. Nach 6 Tagen ist das Boot rohbaufest, formstabil, außen wie innen beschichtet und transportfähig für den Dachträger. Die feinen Endarbeiten (Feinschliff, Endlackierung zum UV-Schutz) werden zu Hause erledigt.

Alveus Bootsbau

Website: alveus-bootsbau.de
Fokus: Klinkerbauweise und traditionelles Handwerk mit Hobel und Ziehklinge.
Konzept: Bootsbaumeister Fritz Müller steht für kompromissloses Traditionshandwerk. In mehrtägigen Spezialkursen (z. B. 6 bis 9 Tage, teils an Wochenenden) baut man hier oft zu zweit als Team authentische Klinkerboote oder klassische Holzkanus.
Besonderheit: Tiefes Eintauchen in die traditionelle Materialkunde, den Umgang mit Spezialwerkzeugen (Rauhbank, Ziehklinge) und formschöne Holzverbindungen. Ideal für Handwerksbegeisterte, die Bootsbau in seiner ursprünglichsten Form lernen wollen.

5. Zeitaufwand & Ablauf: Wie realistisch ist der Bau in einer Woche?

Viele Paddler fragen sich: „Kann ich als Laie ohne Schreinerlehre wirklich an einem Montag anfangen und am Samstag mein Boot nach Hause fahren?“

Die kurze Antwort lautet: Ja, das funktioniert – dank durchdachter Vorbereitung durch die Kursleiter.

Der typische Fahrplan eines 6-Tage-Workshops (Beispiel Stitch & Glue)

  • Tag 1: Vorbereitung & Vernähen – Bausatzteile ausrichten, stoßen, vernähen
  • Tag 2: Verkleben & Verharzen – Hohlkehlen ziehen, Nähte sichern
  • Tag 3: Rumpflaminat – Außenhaut mit Glasfaser & Epoxid überziehen
  • Tag 4: Wenden & Innenausbau – Deck aufsetzen, Süllrand & Schotte anpassen
  • Tag 5: Deckslaminat & Schliff – Decksfläche laminieren, Anbauteile anpassen
  • Tag 6: Abnahme & Transport – Aushärtung prüfen, Verladen für Dachträger

Was bleibt für zu Hause?

Am Ende der Kurswoche ist das Kajak strukturell komplett fertig, wasserdicht verschlossen und stabil genug für den Transport auf dem Autodach.

Zuhause erfordert das Projekt noch etwa 15 bis 30 Stunden Nacharbeit:

  1. Feinschliff: Glätten von Epoxidharz-Überständen.
  2. UV-Schutzlackierung: Epoxidharz ist nicht dauerhaft UV-stabil. Es benötigt 2 bis 3 Schichten eines hochwertigen 1K- oder 2K-Bootslacks (Klarglasur).
  3. Endmontage: Ausbau von Cockpit, Sitzpolstern, Decksleinen, Schenkelstützen und ggf. Steueranlage.

5. Voraussetzungen: Was musst du mitbringen?

Du benötigst keine Vorkenntnisse im Bootsbau oder der Tischlerei. Die Anleiter führen Schritt für Schritt durch alle Prozesse.

  • Handwerkliches Grundverständnis: Geduld, Genauigkeit, Feingefühl für Holz
  • Physische Ausdauer: 6 Tage stehende Arbeit & Schleifarbeit
  • Schutzmaßnahmen: Tragen von Atemschutz (Schleifstaub/Harz)
  • Transportmöglichkeit: Dachträger / Hänger für den Abtransport

6. Kostenrechnung: Was kostet das Traumboot?

Ein Selbstbau-Kajak ist preislich nicht mit einem günstigen Gebrauchtboot zu vergleichen, liegt aber meist auf dem Niveau eines hochwertigen Serien-GFK- oder Carbon-Kajaks. Dafür erhält man ein absolut einzigartiges Schiff.

Kostenstruktur (Beispielwerte):

  1. Workshop-Gebühr / Betreuung: ca. 650 € bis 950 € (je nach Kursdauer und Betreuungsschlüssel). (Hinweis: Manche Anbieter bieten Rabatte für Bauteams, wenn zwei Personen an einem Boot arbeiten).
  2. Material-Bausatz / Holz & Beschichtung: ca. 800 € bis 1.800 € (abhängig von Bootsgröße, Holzart, Schotten, Gepäckluken und Beschichtungsset).
  3. Verbrauchsmaterial & Kursausstattung: Meist in der Kursgebühr enthalten (Schleifmittel, Pinsel, Epoxidharz, Arbeitsschutz).
  4. Finish zu Hause: ca. 50 € bis 120 € für Bootslack, Pinsel und Dichtstoffe.

Gesamtkosten: Ein betriebsbereites, selbstgebautes Premium-Holzkajak schlägt in der Regel mit ca. 1.500 € bis 2.800 € zu Buche.

7. Werkstatt, Werkzeug & Nachbereitung für zu Hause

Wer das Boot nach dem Kurs mit nach Hause nimmt, braucht für den Feinschliff keinen professionellen Maschinenpark:

  • Stellplatz: Ein trockener Raum (Garage, Keller, Unterstand oder Vereins-Werkstatt) mit mindestens 15–20 °C Temperatur für die Aushärtung des Lackes.
  • Basic-Werkzeug:
    • Exzenterschleifer mit Absaugung (Körnung 80 bis 320)
    • Ziehklinge für feine Harznasen
    • Hochwertige Lackierwalzen (Schaumstoff/Kurzflor) und Lackierpinsel
    • Schutzmaske (Aktivkohle- / Partikelfilter P3)

8. Pflege, Reparatur und Lebensdauer

In Vereinskreisen hält sich hartnäckig der Mythos, Holzboote seien extrem empfindlich. Für moderne Holz-Epoxid-Kajaks gilt das keineswegs:

  • Robustheit im Alltagsbetrieb: Ein Rumpf, der mit Glasfaser und Epoxidharz geschützt ist, verzeiht Grundberührungen mit Kies oder Holz problemlos.
  • Pflegeaufwand: Das Boot sollte nach dem Paddeln trocken gelagert und nicht monatelang praller Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden (UV-Strahlung lässt den Lack mit den Jahren vergilben oder spröde werden). Alle 3 bis 5 Jahre reicht ein leichter Zwischenschliff mit einer neuen Schicht UV-Klarlack, um das Boot wie neu erstrahlen zu lassen.
  • Reparatur: Sollte nach einer heftigen Kollision doch einmal ein tiefes Loch im Holz sein: Stelle trocknen lassen, beschädigtes Holz/Gewebe ausschleifen, neues Glasfasergewebe mit Epoxid aufspachteln, verschleifen, drüberlackieren – fertig. Die Reparatur ist oft einfacher und unauffälliger durchzuführen als bei Gelcoat-Schäden auf GFK.

Fazit: Das ultimative Winter- oder Frühjahrsprojekt

Ein Kajak selbst zu bauen ist eines der erfüllendsten Abenteuer, die man als Wassersportler erleben kann. Von der ersten flachen Holzplanke bis zum feierlichen Bootstauf-Moment am Steg vergehen nur wenige Wochen. Auf dem Wasser belohnt euch ein Holzboot mit hervorragenden Laufeigenschaften, neidischen Blicken an jedem Rastplatz und dem unbezahlbaren Gefühl, mit den eigenen Händen etwas Dauerhaftes geschaffen zu haben.

Wer im kommenden Frühjahr oder Sommer mit einem echten Hingucker auf Tour gehen möchte, sollte sich frühzeitig bei den Berliner Anbietern informieren – die Workshop-Plätze für die Baukurse sind aufgrund der kleinen Gruppengrößen meist schnell ausgebucht!

Dass Kay ein zweites Boot baut, zeigt, wie anziehend das Thema ist. Wenn ihr neugierig geworden seid, schaut euch die Videos von Kay und Andreas unter www.deusdelighted-kayaks.com an. Bei entsprechendem Interesse im Verein können wir vielleicht Andreas Deus direkt zu uns für einen WKC-Workshop einladen!

Ansonsten viel Spaß beim Planen und Holzspäne-Machen – wir sehen uns auf dem Wasser!

Abgabe Fahrtenbücher 2026


Es ist bald wieder soweit. Das Kanusportjahr endet am 30.09.2026.

Ich bitte die papiergeführten Fahrtenbücher und die Nachweise für Schulungen bis zum 10.10.2026 in unserem Vereinsraum auf dem Tisch zu hinterlegen damit ich diese einsammeln kann.

Wanderfahrerabzeichen Anträge Silber, Gold, Gold Sonderstufe, Globus bitte 2-fach abgeben. Die aktuellen editierbaren Anträge findet Ihr unter:

www.kanu.de
dort dann -> suche / Wanderfahrerabzeichen Anträge / Downloads


Die Abgabe der im eFB geführten Fahrtenbücher ebenfalls bitte zum 10.10.2026 einreichen. Eine Anleitung zur Abgabe im eFB erhaltet Ihr unter:

www.kanu-efb.de
dort dann -> Support / Kurzanleitungen / An Wettbewerben teilnehmen

WKC-Sport- und Wanderwartin: Elke Hübner

Grundlagentraining vom 6.September

Matthias und Corinna führten den Grundlagenkurs Anfang September durch.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde von Jonas W, Jonas S, Sabine und Anja gab es einen theoretischen Teil, in dem die unterschiedlichen Bootsformen und Paddelformen in ihren Materialien und ihren Möglichkeiten besprochen wurden. Zur Theorie gehörten z.B. auch die richtige Sitzposition im Boot und die Paddelhaltung. Im praktischen Teil wurde das Ein -und Aussteigen am Steg sowie auch am Seeufer geübt. Weiterhin wurden die Grundtechniken des Vorwärts Paddelschlags auf dem Pohlesee geübt.

Besten Dank für das Engagement und die Ermöglichung des Grundlagenkurses an Corinna und Matthias 🙏

Wer es im Nachinein schade findet, dass er nicht dabei war, möge doch den Beiden einen Wink geben, damit ihr infor,iert werdet, wenn das nochmal angeboten wird in 2027.

Rabatt bei Globetrotter nicht mehr möglich, aber bei Kanu-Connection

Jörg hatte nochmal nachgefragt bezüglich des bisher möglichen 10%-Globetrotter-Rabattes für WKC-Mitglieder.

Dieser Rabatt wird nun von Globetrotter (schwedischer Konzern Fenix Outdoor zu dem u. a. auch Fjällräven, Hanwag und Primus gehören) nicht mehr gewährt.

Angeblich sollen die lokalen Filialen im nächsten Jahr wieder mehr Mitspracherechte bei diesen Themen bekommen, so daß dann vielleicht wieder etwas möglich ist.

Kanu-Connection bietet WKClern aber weiterhin 10%.

siehe auch https://wkc-berlin.de/shop-empfehlungen/

Was für ein schönes WKC Sommerfest 2026

Bei wunderschönem Sommerwetter ca.25 Grad und Windstille feierten wir unser wunderschönes Fest.

42 WKC`lerInnen trugen zu dem gelungenen Fest mit guter Stimmung und kulinarischen Mitbringsel bei.

Bis um 00:30 saßen die letzten beisammen und 5 Mitglieder übernachteten in den Räumen des Schülerinnen Rudervereins.

Nach dem morgendlichen Aufräumen frühstückten die dort Übernachteten auf unserem Bootssteg.

Wunderbar!!!

Lychenwandertour in Anbahnung

Ilka schickt bald die Ausschreibung für eine Tour nach Lychen.

Terminoptionen: 31. 8. bis 3. 9.,
alternativ 3. 9. bis 6. 9.

Also schonmal drüber nachdenken, wer Lust und Zeit hat 😀


UPDATE 17.AUGUST:

Es gibt nun die Auschreibung im Kalender mit Details:

  • 31. 8. bis 3. 9.,
  • alternativ 3. 9. bis 6. 9.

Bitte Ilka schnell bescheid geben, ob ihr dabei sein wollt.
Und wer Motivationshilfe braucht, möge in den Bericht zur Haveltour von Ende Juli schauen.


UPDATE 2.SEPTEMBER:
Mangels Anmeldungen wurden beide Lychentouren abgesagt.

Corinna und Matthias bieten ein Grundlagentraining an

Ähnlich wie in 2025 bieten Corinna und Matthias wieder ein 4-stündiges Grundlagentraining an. Es findet am 6. September statt und ist gedacht für Mitglieder, die keine Erfahrung oder wenig Erfahrung mit dem Paddelsport haben.

Details finden sich im Kalender.

5 Mythen & Irrtümer im Kajaksport

Vom Muskelkater in den Oberarmen bis zum Eskimorollen-Trugschluss: Welche Weisheiten man sich erzählt – und was wirklich dahintersteckt.

Wer regelmäßig am Bootshaus oder nach einer gemeinsamen Tour beim Kaltgetränk zusammenkommt, kennt sie bestimmt: die typischen Besserwissereien, Mythen und Halbwahrheiten des Wassersports. Zeit, die 5 weitverbreitetsten Irrtümern einmal zu beleuchten!

Irrtum #1: „Kajakfahren geht vor allem auf die Arme und den Bizeps.“

Der absolute Klassiker unter Einsteigern. Nach den ersten Touren klagen viele über ziehende Muskeln in den Ober- und Unterarmen. Die fehlerhafte Schlussfolgerung lautet oft: „Mir fehlt einfach die Kraft in den Armen.“

  • Die Realität: Wer aus den Armen zieht, paddelt anatomisch und physikalisch falsch. Die eigentliche Kraft beim Kajakfahren kommt aus der Rumpfrotation (Bauch- und Rückenmuskulatur) sowie aus dem Beineinsatz über die Fußstützen. Die Arme dienen lediglich als gestreckte Hebel zur Kraftübertragung. Wer sauber aus dem Rumpf dreht, paddelt ausdauernder, schneller und schont die Schultergelenke.

Irrtum #2: „Wer kentert, muss zwingend die Eskimorolle können.“

Anfängern wird nachmal eingeredet, die Eskimorolle sei sehr wichtig für die Sicherheit. Wer sie nicht beherrscht, sei auf dem Wasser nicht sicher unterwegs.

  • Die Realität: Besonders im Wander- und Tourenbereich ist die Rolle oft gar nicht machbar – breite Boote und riesige Luken machen das Aufrichten physikalisch extrem schwer. Der eigentliche Trugschluss liegt woanders: Viele Paddler beherrschen weder die Kantenkontrolle noch den Wiedereinstieg auf offenem Wasser.
  • Statt der Eskimorolle sind das Beherrschen der flachen/hohen Stütze (Prävention!) sowie verlässliche Rettungstechniken im tiefen Wasser (Partnerrettung, Re-Enter & Pump, Paddelfloat) die wahren Lebensversicherungen für Wandersportler.

Irrtum #3: „Mit dem neuen, teuren Boot fahre ich automatisch besser.“

Der Zubehörkatalog verlockt mit Hightech-Materialien: Wer das neueste Carbon Wing-Paddel oder ein sehr teures Wanderboot kauft, gleicht alle technischen Schwächen aus.

  • Die Realität: Ein schnelleres oder kippeligeres Boot verstärkt Fahrfehler oft sogar! Was wirklich zählt, sind Bootsgefühl, Wasserlesen und eine saubere Kantenführung. Investiert das Geld lieber in ein fundiertes Sicherheitstraining oder einen Fahrtechnikkurs im Verein – das bringt auf dem Wasser ungleich mehr als jedes Material-Upgrade.

Irrtum #4: „Auf meinem Hausfluss kenne ich jede Stelle – mir kann nichts passieren.“

Wer ein Gewässer seit vielen Jahren bepaddelt, neigt zur Routine und wiegt sich in absoluter Sicherheit.

  • Die Realität: Flüsse sind dynamische Systeme. Ein einziger Sturm kann einen Baum quer über den Fluss werfen (akute Unterspülungs- und Lebensgefahr!). Schon leicht veränderte Wasserstände verwandeln friedliche Stellen in tückische Rückläufe. Fahre auch vertraute Strecken immer mit aufmerksamem Blick und Respekt vor der Natur.

Irrtum #5: „Ich bin fit und kann gut schwimmen, die Weste kann auf dem Deck bleiben.“

Gerne bereits ab dem Frühjahr zu beobachten: Die Schwimmweste wird hinter den Sitz geklemmt oder auf das Vordeck geschnallt, weil es „zu warm“ ist.

  • Die Realität: Eine Weste auf dem Deck nützt im Notfall gar nichts. Wer bei einem Sturz ins Wasser mit dem Kopf an einen Stein oder das Boot stößt und das Bewusstsein verliert, ertrinkt ohne Weste umgehend. Zudem verliert man im kalten Frühjahrswasser innerhalb von Minuten die Feinmotorik in den Händen. Die Schwimmweste gehört auf den meisten Gewässern fest verschlossen an den Körper!

Fazit & Einladung zum Vereins-Training

Der Kajaksport lebt vom Spaß auf dem Wasser, der Natur und der Gemeinschaft in unserem Verein. Doch Sicherheit und eine saubere Technik kommen nicht von allein.

Lust bekommen, die eigene Technik zu verfeinern? Corinna und Matthias planen für den 6.September 2026 wieder einen Grundlagenkurs für Vereinsmitglieder – Details finden sich hier im Kalender.