Es hat mich geschafft – ich war zwar eigentlich nur kurz dabei, aber intensiv und anstrengend war es allemal! Am Sonntagmittag, 28. Juni 2026 stand die Ankunft zur 19. Stralsunder Kanuwoche auf dem Programm. Diese traditionsreiche Veranstaltung wurde ins Leben gerufen, um Seekajak-Interessierten die wunderbare Möglichkeit zu bieten, die Stralsunder Gewässer in einer organisierten Gemeinschaft zu befahren.
Flankiert wird die Kanuwoche vom legendären Hiddenser Kanumarathon, der mit stolzen 70 Kilometern zu den härteren Offshore-Wettbewerben zählt. In diesem Jahr stellten sich 118 Teilnehmer der Herausforderung, wovon beachtliche 115 Paddlerinnen und Paddler am 27. Juni erfolgreich das Ziel erreichten. Die reinen Fahrzeiten lagen dabei zwischen sportlichen 6,5 und ausdauernden 12 Stunden – eine absolut reife Leistung!
Auftakt bei tropischen Temperaturen

Das Basislager der Kanuwoche schlagen die Teilnehmer auf dem wunderschönen Vereinsgelände des Stralsunder Kanuclubs auf, das direkt in der City und unmittelbar am Wasser liegt – Camping-Idylle pur. Nach dem Eintreffen startete das Programm um 15:00 Uhr mit einem herzlichen Get-together, gefolgt von einem wichtigen Sicherheitsbriefing. Im Anschluss ging es direkt für eine erste kleine Kennenlerntour aufs Wasser, die uns an der Stralsunder Promenade entlangführte.

Die bunt gemischte Truppe aus allen Himmelsrichtungen – unter anderem besetzt mit Paddlern aus Bayern, Lübeck, Köln, Darmstadt, Berlin und Mainz – fand bei ersten Gesprächen und kühlen Getränken schnell zueinander. Die anschließende Nacht im Zelt wurde nach einem hochsommerlichen Sonntag mit Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius allerdings zu einer echten Hitzeprobe.
Harte Bedingungen auf dem Bodden
Für die restliche Woche stand der Plan, an fünf Tagen jeweils Exkursionen von ca. 25 bis 30 Kilometern anzubieten. Der Stralsunder Kanuclub übernahm dabei nicht nur die gesamte Logistik, sondern führte die Gruppe auch sicher auf dem Wasser. Der Montag präsentierte sich dann jedoch von seiner ungemütlichen Seite: Bei kühlem, wechselhaftem Wetter und starkem Dauerregen starteten wir in Zingst in Richtung Südwesten auf den Bodden. Der anfängliche Wind ließ zwar später nach, aber der unaufhörliche Nieselregen blieb unser treuer Begleiter.


Insgesamt war eine stattliche Flotte von über 30 Booten unterwegs. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden schätzte ich auf knapp unter 60 Jahre – eine durchweg erfahrene Truppe, die mit absolutem High-End-Material und reinrassigen Seekajaks ausgestattet war. Mit meinem Lettmann Baikal fühlte ich mich da ehrlicherweise etwas „underdressed“ und hatte alle Hände voll zu tun, das Tempo selbst am Ende des Feldes mitzuhalten. Aufgrund des anhaltend schlechten Wetters legten wir nach rund 20 Kilometern nur eine einzige, kurze Pause ein.

Vom landschaftlich eigentlich wunderschönen Bodden bekamen wir wegen der grauen Regenwand leider nicht viel zu sehen. Ein Highlight gab es aber dennoch: Wir konnten einige majestätische Seeadler beobachten, die in dieser Region erfreulicherweise wieder häufiger heimisch sind.
Mein persönliches Fazit
Um es kurz zu machen: Ich habe die 33 Kilometer der Tagesetappe zwar geschafft, war am Ende jedoch so erschöpft, dass ich am Folgetag die Heimreise angetreten habe. Die Wetteraussichten blieben suboptimal und mein gemütliches Weitwanderkajak war für diese sportlichen Seekajak-Anforderungen einfach nicht das richtige Boot. Zudem musste ich mir eingestehen, dass ich eher der Typ für das kontinuierliche Wanderpaddeln von Ort zu Ort bin, bei dem man abends nicht logistisch aufwendig wieder zum Ausgangszeltplatz zurücktransportiert werden muss – wenn auch die kulinarischem Möglichkeiten in Stralsund nicht zu verachten sind 😊

Auch wenn mein Bericht hiermit vorzeitig endet, wollte ich diese Eindrücke mit euch teilen. Ich blicke nun voller Vorfreude auf meine nächste Tour im September in Bohuslän (Schweden) – die wird dann hoffentlich wieder etwas entspannter!
Besten Paddlergruß
Tiemo
Und falls ihr was von Euren Touren des Jahres 2026 für andere Vereinmitglieder zu berichten habt, schickt doch gerne einen kleinen Bericht und wir stellen das gerne online in unseren Mitgliederbereich.



